Um unsere unabhängige ehrenamtliche und politische Tätigkeit durchführen zu können, sind wir auf Spenden angewiesen. Das gespendete Geld geht etwa unmittelbar an Geflüchtete (etwa für Arzt-, Anwalts-, Gutachter- und sonstige Kosten) sowie in die Organisation unserer Aktivitäten mit ihnen zusammen. Informationen, wofür wir Spenden verwenden, finden sich weiter unten.

Unser Spendenkonto:

Konto-Inhaber: Refugees Welcome Bonn e. V.
Konto-Nr.: 100 299 2015
BLZ: 380 601 86
BIC: GENODED 1BRS
IBAN: DE77 3806 0186 1002 9920 15
Volksbank Bonn Rhein-Sieg e.G.

Spendenquittungen

Wir versenden unsere Spendenquittungen zu Jahresanfang für den Zeitraum bis zum 31. Dezember des Vorjahres. Falls sie in der Zwischenzeit eine Spendenquittung benötigen, schicken sie bitte eine E-Mail an:

Wofür wir Spenden verwenden

Wir möchten unsere Unterstützer_innen gerne darüber informieren, welche Zwecke Sie mit Ihrer Zeit und gespendetem Geld fördern und ebenso einen Überblick über die Ziele und Organisation unseres Vereins geben.

Der Verein

Refugees Welcome [Bonn] e.V. hat sich im Sommer 2012 gegründet. Wir unterstützen Geflüchtete in Bonn und Umgebung. Unsere gesamten Aktivitäten werden von ehrenamtlichen Mitgliedern durchgeführt. Wir verstehen unsere Aufgabe darin, mit Geflüchteten möglichst direkt zu kooperieren. Es ist uns ein besonderes Anliegen, dass die geflüchteten Menschen ihre Forderungen und Anliegen selbst formulieren und an die Öffentlichkeit tragen können. Wir versuchen ihnen die Gelegenheiten zu bieten, sich außerhalb der Heime zu treffen, sich auszutauschen sowie am kulturellen und politischen Geschehen zu partizipieren. Unsere Aktivitäten dazu lassen sich grob in vier Bereiche unterteilen.
Organisation von Bildungs- und Freizeitaktivitäten

Wir initiieren Bildungs- und Freizeitaktivitäten, um die Möglichkeit zu bieten, erste Kontakte außerhalb der Flüchtlingsunterkünfte zu knüpfen, wo der Alltag meist monoton ist, da die dort Einquartierten in der Regeln keine Erlaubnis haben, eine Arbeit aufzunehmen. Im letzten Jahr haben wir begonnen, Kunstworkshops und kreative Nachmittage in der Unterkunft der ehemaligen Poliklinik anzubieten, bei der Geflüchtete jeden Alters sich kreativ betätigen können. Im Sommer sind wir zu einem Picknick- und Spielnachmittag in die Rheinaue gefahren und waren zudem in der Bonner „Grünen Spielstadt“. Auch der Ausflug zur Kölner Gamescon fand großen Anklang.

Vernetzung von Geflüchteten und Menschen in Bonn und Umgebung

Seit vier Jahren gibt es unser monatliches Kulturcafé im Kulturzentrum Kult41, an dem viele Geflüchtete aber auch sonstige Besucher_innen regelmäßig teilnehmen. Im Oktober 2016 zeigten wir während des Kulturcafés das Theaterstück „Eldorado – Europa“ des Künstlers Riadh Ben Ammar, welcher selbst Geflüchteter und politischer Aktivist ist. Nach dem Stück gab es Gelegenheit zur Diskussion und Vernetzung. Im gleichen Rahmen zeigten wir in Zusammenarbeit mit u.a. der Roma Art Action und dem AStA der Uni Bonn Ende Oktober den preisgekrönten Dokumentarfilm „Trapped by Law“. Darin berichten die beiden Brüder Kefaet und Selami von ihren Erfahrungen mit Abschiebung und langwieriger Asylbürokratie. Es folgte eine Diskussionsrunde mit dem Publikum und im Anschluss ein Hip Hop-Konzert der beiden.
Eine weitere wichtige Institution ist die Mutter-Kind-Gruppe, welche nun seit über zwei Jahren besteht und in der sich Frauen und Kinder regelmäßig treffen. Dafür stellte uns die Johanniskirche in Duisdorf auch in 2016 weiterhin die Räumlichkeiten zur Verfügung. Die Kinder haben dort Platz zum Spielen und Toben, während für die Mütter Zeit zum Austausch bleibt. Leider müssen sich in diesem Jahr gleich mehrere Organisatorinnen aus beruflichen Gründen aus der Gruppe zurückziehen. Wir hoffen, dass die Gruppe trotzdem weiterhin bestehen kann, weil sie direkt vor Ort aktiv ist. Deshalb laden wir jede_n herzlich ein, sich in der Gruppe zu engagieren, wenn Zeit und Interesse besteht.

Politische Unterstützung von Geflüchteten & Öffentlichkeitsarbeit

Wir helfen Geflüchteten bei alltäglichen Schwierigkeiten wie Behördengängen, der Organisation und Finanzierung eines Sprachkurses oder der Suche nach einer Ausbildung oder Wohnung. Wir, das sind nicht nur Bonner Bürger_innen, sondern auch Geflüchtete selbst, die Teil unserer Gruppe geworden sind und wiederum andere Geflüchtete unterstützen.

Bei uns geht es nicht nur um reine Hilfeleistungen, sondern auch darum, dass sich die Verhältnisse verändern. Dafür ist es aus unserer Sicht essentiell, auf die Lebenssituation geflüchteter Menschen aufmerksam zu machen. In diesem Sinne haben wir im Januar 2016 einen Vortrag zur Situation von Geflüchteten aus dem Westbalkan an der Uni Bonn organisiert. In diesem Kontext waren wir bemüht, auch ein Bewusstsein für die desolate Lage der Geflüchteten in der Landeseinrichtung in Bad Godesberg zu informieren. Die dorthin verwiesenen Geflüchteten kommen größtenteils aus der Balkanregion und ihr meist nur kurzer Aufenthalt endet in der Regel mit einer vermeintlich „freiwilligen“ Ausreise.
Weitere von uns organisierte öffentlichen Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen führten zum einen unsere Reihe zum Thema Fluchtgründe fort. Daneben haben wir im Umfeld der Debatte zu den Übergriffen in der Silvesternacht 2015/16 zwei Vorträge zum Thema sexuelle Gewalt und den gesellschaftlichen Strukturen innerhalb derer sie wirksam wird, ausgerichtet.

Neben solchen öffentlichen Vorträgen suchen wir außerdem den direkten Kontakt. Geflüchtete aus unserem Verein und weitere Mitglieder sensibilisieren selbst für ihre Anliegen in Form von Workshops, die bspw. an Schulen stattfinden.

Unterstützung von Härtefällen

Auch wenn unsere Arbeit meist darauf abzielt, möglichst viele Geflüchtete gleichzeitig anzusprechen, helfen wir in besonderen Härtefällen auch Einzelpersonen. Dazu zählen vier „Lampedusa-Flüchtlinge“, die in Bonn leben. Seit dem Sommer 2013 sind wir für ihre Lebenshaltungskosten und Anwaltskosten aufgekommen, wobei uns bei der medizinischen Versorgung MediNetz Bonn unterstützt hat. Das war nötig, da diese Flüchtlingsgruppe praktisch keine Unterstützung von Seiten der deutschen Behörden erhielt. Ohne unsere Spender_innen und Menschen, die diesen Geflüchteten Wohnraum zur Verfügung gestellt haben, hätten wir dies nicht über so lange Zeit leisten können.

2016 gab es für diese vier Geflüchteten weitere Fortschritte, wobei es weiterhin bürokratische, finanzielle und juristische Hürden zu nehmen galt. Drei von ihnen haben endlich einen Aufenthaltsstatus für Deutschland, welcher hoffentlich weitere Jahre bestehen bleibt. Denn eine Rückkehr nach Nigeria ist für sie ausgeschlossen, da dort weiterhin die Islamistengruppe Boko Haram wütet, vor welcher sie 2013 geflohen sind.

Inzwischen hat Adana* ihren Integrationskurs in Angriff genommen. Tayo* hat nach einigen juristischen Anstrengungen im Sommer eine einjährige Aufenthaltserlaubnis erhalten. Er besucht weiterhin einen Sprach- und Integrationskurs und versucht derzeit in Bonn eine Wohnung zu finden. Außerdem hat Ayo* eine Ausbildungsstelle in Sicht; wir unterstützen ihn dabei, einen Aufenthaltsstatus zu bekommen, mit dem er diese im Sommer dann hoffentlich antreten kann.
Das sind die positiven Entwicklungen, wobei es stets zermürbend ist, dass alle Fortschritte immer von der Dauer der aktuellen Aufenthaltserlaubnis abhängig sind. Leider gibt es auch Geflüchtete, die selbst Mitglied in unserem Verein sind und im letzten Jahr einen Abschiebebescheid erhalten haben. Aufgeben wollen wir trotz aller Widrigkeiten jedoch auf keinen Fall. Wir versuchen mit der Unterstützung von Anwält_innen, denen wir für Ihren stetigen Einsatz sehr dankbar sind, gegen die drohenden Abschiebungen vorzugehen.

Ein vollständige Übersicht der Aktivitäten unseres Vereins finden Sie in der News-Rubrik (unserer Homepage: welcome.blogsport.de
Und wir freuen uns auch, wenn Sie unsere Facebook-Seite besuchen: www.facebook.com/welcomebonn

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