Refugees Welcome Bonn e.V. http://welcome.blogsport.de Sat, 19 Oct 2019 11:54:02 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Rede auf der Kundgebung „Bonn bleibt bunt – Keine Räume für die AfD“ http://welcome.blogsport.de/2019/10/19/rede-auf-der-kundgebung-bonn-bleibt-bunt-keine-raeume-fuer-die-afd/ http://welcome.blogsport.de/2019/10/19/rede-auf-der-kundgebung-bonn-bleibt-bunt-keine-raeume-fuer-die-afd/#comments Sat, 19 Oct 2019 11:54:02 +0000 Administrator Allgemein http://welcome.blogsport.de/2019/10/19/rede-auf-der-kundgebung-bonn-bleibt-bunt-keine-raeume-fuer-die-afd/ Heute folgten ca. 200 Personen einem Aufruf des Bonner Bündnis gegen Rechts, um gegen eine Veranstaltung der AfD im Stadtteil Bürser Berg zu protestieren. Im Folgenden dokumentieren wir einen Text von uns, der dort als Rede verlesen wurde.

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Genossinnen und Genossen,
werte Anwesende,

wir haben uns heute hier versammelt, um gegen die Veranstaltung der AfD im Ortsteilzentrum Brüser Berg zu protestieren und zu zeigen, dass diese Leute hier nicht willkommen sind.

Für Bonn hat man sich zwecks Anbiederung an das hiesige Milieu wohl daran versucht, eine möglichst bürgerliche Maske aufzusetzen, die allerdings noch nie so richtig saß.
Das drückt sich in der Wahl der von uns ungebetenen Gäste der „moderierten Gesprächsrunde“ mit dem als gemäßigt geltenden Bundessprecher Jörg Meuthen, dem neu gewählten NRW-Landesvorsitzenden der Partei Rüdiger Lucassen und dem explizit habilitierten Bundestagsmitglied Harald Weyel aus.

Inwiefern es den so genannten Gemäßigten einer Partei, die sich von gerichtlich bestätigten Faschisten wie Björn Höcke1 – der Gallionsfigur des sogenannten „Flügels“, also des mehr oder weniger offen faschistischen und rechtsextremen Sammelbeckens der Partei – am Nasenring durch die Manege ziehen lassen, gelingen soll, die Partei als „bürgerlich“ oder gar „demokratisch“ durchgehen zu lassen, bleibt wohl deren Geheimnis.

Groß geworden ist die noch junge und gleichzeitig bereits viel zu alte Partei mit einer Mischung aus rassistischer Hetze gegen Geflüchtete auf der Pegida-Welle und verqueren wirtschaftspolitischen Positionen wie die Gegnerschaft zum Euro; mittlerweile hat sie die volle Bandbreite eines rechtsextremen Gemischtwarenladens im Angebot. So finden sich neben der notorischen Ausländerfeindlichkeit, die sich insbesondere gegen Muslim*innen richtet, zahlreiche antisemitische Aussagen bei Mitgliedern und Funktionsträger*innen der Partei ebenso wie die Verächtlichmachung von Menschen mit vom heterosexuellen Mainstream abweichenden sexuellen Orientierungen. Ferner propagieren Sympathisant*innen sowie Parteifunktionär*innen die offene Feindschaft gegen den Feminismus und gegen den häufig als „linksgrün-versiffte Meinungsdiktatur“ verleumdeten politischen Mainstream.
Die missliebige Presse wird pauschal und im NS-Jargon als angeblich systemgesteuerte „Lügenpresse“ geschmäht. Letztere ersetzt man in der Partei dann gerne umgehend mit selbst fabrizierten oder aus anderen rechtsextremen Quellen stammende Fake-News, die von der Anhängerschaft begierig aufgegriffen und unhinterfragt weiterverbreitet werden. Werden entsprechende Falschmeldungen z.B. zu angeblicher Ausländerkriminalität oder die Verleumdungen demokratischer Politiker*innen dann später entlarvt, erreicht dies jene, die dafür empfänglich sind, schon längst nicht mehr und der Schaden ist angerichtet. In diesem Stil und ausgesprochen dümmlich kommt auch der Social-Media-Auftritt des Bonner Kreisverbandes der AFD daher, auf dem man durch das zustimmende Teilen von Beiträgen Björn Höckes die innerparteiliche Orientierung dokumentiert.2

Ein anderer Topos der Partei ist häufig eine diffuse Feindschaft gegen den Westen, die eine Ablehnung der internationalen Politik der westlichen Bündnisse einschließt und an deren Stelle nationaler Isolationismus und das Liebäugeln mit autoritär regierten Staaten wie Russland sowie despotischen Regimen wie dem des syrischen Diktators Assad tritt. Der heutige Gast der Veranstaltung Rüdiger Lucassen spricht sich als ehemaliger Bundeswehroffizier zwar noch für eine Einhaltung der NATO-Vorgaben des Wehretats aus – angesichts seiner offenen Ablehnung z.B. humanitärer Auslandseinsätze, an deren Stelle er die strikten Unterordnung unter nationale Interessen setzt, und der Forderung nach erhöhter „Wehrfähigkeit“ sowie nationaler „Souveränität“3 darf jedoch daran gezweifelt werden, dass es dabei um die Pflege der Beziehung zum westlichen Verteidigungsbündnis geht; zumal er gleichzeitig fordert, die Bundeswehr zur Grenzsicherung einzusetzen, was wiederum an die Forderung nach Schusswaffeneinsatz gegen Opfer von Zwangsmigration an den Grenzen durch eine ganze Reihe von AfD-Politiker*innen erinnert, darunter auch andere vermeintlich Gemäßigte wie Frauke Petry. Die prominente AfD-Politikerin und Enkelin eines SA-Standartenführers sowie eines verurteilten Nazi-Kriegsverbrechers von Storch4 wollte dabei auch Frauen und Kinder explizit nicht vom herbei geträumten Schießbefehl ausnehmen5.

Zu angeblich Gemäßigter oder Gemäßigtem wird man in der AfD leicht, da die Kontrastfolie durch die offenen Faschisten wie Höcke kontinuierlich weiter nach rechts verschoben wird. Merkwürdig mutet vor diesem Hintergrund die immer wieder – so auch nach dem rechtsextremen Terroranschlag von Halle oder den von AfD-Politiker*innen mit angeheizten tagelangen Ausschreitungen des rechten Mobs von Chemnitz – erhobene Forderung an, die AfD solle sich „von Rechtsextremen distanzieren“. Täte sie es glaubhaft, bliebe von ihr nichts übrig.

Auch der pseudo-bürgerliche Vortänzer und heutige Redner Jörg Meuthen fällt in die Kategorie derjenigen, die nur deshalb als gemäßigt gelten, weil andere noch wesentlich radikaler auftreten. Dabei äußerte er sich verständnisvoll bis zustimmend über die rechtsextremen und neonazistischen Krawalle in Chemnitz mit den Worten «Ich bin sogar stolz auf viele dieser Menschen in Sachsen, weil sie der lebende Beweis dafür sind, dass es doch noch Bürger dafür gibt, die so etwas wie Mut, Stolz und den Antrieb haben, sich und das eigene Land zu verteidigen.» 6 Nach der so genanten „Dresdner Rede“ des Faschisten Höcke, in der dieser sich über das Berliner Holocaust-Mahnmal mit den Worten äußerte „… wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“ stellte sich Meuthen hinter Höcke7.

Auch auf personeller Ebene gibt es weitreichende Verquickungen mit Neonazis und Vertrerter*innen der so genannten Neuen Rechten. Eine große Zahl von AfD-Politiker*innen, die es in die Parlamente geschafft haben, stellten umgehend Mitarbeiter*innen ein, die eindeutig dem rechtsextremen oder neonazistischen Milieu entstammten. Dies trifft auch auf den heutigen Gast der Veranstaltung Harald Weyel zu, dessen Mitarbeiter Erik Lehnert zum engeren Kreis um die wohl prominenteste Figur der Neuen Rechten Götz Kubitschek zählt und im Kuratorium der „Titurel-Stiftung“ sitzt, deren Geldgeber wiederum ein Haus für die „identitäre Bewegung“ in Halle erworben hat8. Doch auch Professor Weyel selbst tritt mit so gar nicht professoral daherkommenden Postings äußerst unangenehm in Erscheinung, wie die Zeit recherchierte: „Er teilt sexistische Beiträge, in denen Frauen ein genetisch bedingter Mangel an Intelligenz nachgesagt wird und nennt die Betonbarrieren, mit denen künftig Weihnachtsmärkte vor Terroranschlägen geschützt werden sollen, ein „Mahnmal für noch nicht getötete Deutsche und ihre Freunde““.9

Dass im Angesicht neonazistischer Mordserien an Migrant*innen, dem politischen Mord an einem demokratischen Politiker aufgrund von dessen Haltung zum Umgang mit Geflüchteten, rechtsextremen Krawallen wie in Chemnitz und anderen Orten Ostdeutschlands, wo die AfD mittlerweile stark in den Parlamenten vertreten ist, und dem jüngsten antisemitischen Terroranschlag, als dessen Stichwortgeber die AfD zurecht identifiziert wurde, manche Politiker*innen der bürgerlichen Parteien immer noch der Meinung sind, es handele sich bei den Anhänger*innen der AfD um Protestwähler*innen, die man zurückgewinnen könne, indem man sie mit offenen Armen empfängt, ist absurd. Die Wähler*innen einer solchen Partei mögen nicht als mündig im emphatischen Sinne des Wortes gelten, doch nach all den Jahren und Vorkommnissen kann niemand mehr behaupten, sie wüssten nicht, was sie tun und wen sie da wählen. Der Schafspelz hatte immer schon große Löcher, mittlerweile lässt sich mit Fug und Recht feststellen: Der Wolf ist nackt. Nazis, Rassist*innen, Antisemit*innen und andere Menschenfeinde lassen sich nicht integrieren, indem man sich auf sie zu bewegt. Sie gehören bekämpft, ausgegrenzt und in einem Rechtsstaat, der den Namen verdient, mit Repression überzogen.

Theodor W. Adorno schrieb „Ich betrachte das Nachleben des Nationalsozialismus in der Demokratie als potentiell bedrohlicher denn das Nachleben faschistischer Tendenzen gegen die Demokratie.“10
Der Satz wurde in der jüngeren Vergangenheit häufiger auf die Bemühungen der etablierten Parteien wie CDU, CSU und SPD bezogen, dem Rechtsextremismus, wenn er sich denn in Wahlergebnissen ausdrückte wie in den 90er Jahren beim Aufschwung der Republikaner, dadurch das Wasser abgraben zu wollen, indem man sich ihm inhaltlich annäherte und den Forderungen des Mobs politische Gestalt verschaffte. Diesem Vorgehen fiel in den 90er Jahren nach einer Serie rassistischer Krawalle das Grundrecht auf Asyl zum Opfer. In den vergangenen Jahren wurden in derselben Manier auch in der so genannten bürgerlichen Mitte immer wieder Stimmen laut, die wahlweise Verständnis für die angeblichen Protestwähler*innen aufbrachten oder dafür plädierten, deren Forderungen aus taktischen Gründen gesetzgeberisch nachzukommen – die „Asylpakete“ der letzten Jahre sprechen eine deutliche Sprache.
Dieses Vorgehen ist aus zweierlei Gründen zu verurteilen: Erstens weil auf diese Weise den unbegründeten Ängsten der Wutbürger, die in Wirklichkeit nichts anderes sind als stumpfes Ressentiment, entsprochen wird durch konkrete Maßnahmen, unter denen jene zu leiden haben, die ohnehin bereits strukturell benachteiligt sind: Migrant*innen, Homosexuelle, Frauen. Zweitens weil es nicht funktioniert. Dies zeigen alle jüngeren Wahlergebnisse.
Fraglich in Bezug auf das o.g. Zitat bleibt einzig, ob das Erstarken der AfD als Nachleben des Nationalsozialismus in der Demokratie oder als faschistische Tendenz gegen sie zu bewerten ist. Vielleicht ist genau diese Distinktion die einzige, die die vermeintlich Gemäßigten der Partei von den offenen Faschisten trennt.

Refugees Welcome Bonn im Oktober 2019

Fußnoten:
1) https://www.tagesspiegel.de/politik/verwaltungsgericht-entscheidet-afd-politiker-bjoern-hoecke-darf-als-faschist-bezeichnet-werden/25066588.html
2) Posting vom 11. Oktober 2019, 15:21 Uhr
3) https://ruediger-lucassen.de/sicherheitspolitik/
4) https://taz.de/Das-Haus-Oldenburg-und-die-Nazis/!5359430/
5) https://www.n-tv.de/politik/AfD-fordert-Schusswaffeneinsatz-an-Grenze-article20550060.html
6) https://www.welt.de/regionales/bayern/article181403144/Meuthen-verurteilt-Kritik-an-Chemnitzer-Demonstranten.html
7) https://web.archive.org/web/20170221105702/http://www.huffingtonpost.de/2017/01/19/afd-chef-meuthen-stellt-sich-hinter-hoecke_n_14261954.html
8) https://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-03/afd-bundestag-mitarbeiter-rechtsextreme-identitaere-bewegung/komplettansicht
9) https://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-09/afd-kandidaten-bundestagswahl-abgeordnete
10) Theodor W. Adorno, „Was bedeutet: Aufarbeitung der Vergangenheit,“ in: Gesammelte Schriften 10.2. Kulturkritik und Gesellschaft II

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Tischtennisturnier http://welcome.blogsport.de/2019/10/18/tischtennisturnier/ http://welcome.blogsport.de/2019/10/18/tischtennisturnier/#comments Fri, 18 Oct 2019 21:24:29 +0000 Administrator Allgemein http://welcome.blogsport.de/2019/10/18/tischtennisturnier/ Nach dem Ausflug ins Haus der Geschichte geht es – wieder gemeinsam mit der Initiative für Flüchtlinge (IfF) und dem Mitwirken-Projekt – am Donnerstag, 14. November, um 17 Uhr weiter mit einem Tischtennisturnier in den Räumen der Evangelischen Studierenden Gemeine (ESG) in der Königstraße 88. Bei Fragen wendet euch am besten per Facebooknachricht an uns.

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Ausflug ins Haus der Geschichte im November http://welcome.blogsport.de/2019/10/18/ausflug-ins-haus-der-geschichte-im-november/ http://welcome.blogsport.de/2019/10/18/ausflug-ins-haus-der-geschichte-im-november/#comments Fri, 18 Oct 2019 21:19:14 +0000 Administrator Allgemein http://welcome.blogsport.de/2019/10/18/ausflug-ins-haus-der-geschichte-im-november/ Am 3. November machen wir zusammen mit der Initiative für Flüchtlinge Bonn und dem Projekt „Mitwirken“ einen Ausflug ins Haus der Geschichte mit einer kostenlosen Führung auf deutsch und arabisch. Wenn ihr teilnehmen möchtet, meldet euch einfach per Nachricht über Facebook bei uns. Wir freuen uns auf euch!

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Refugees Welcome Solidarity Party in der Alten VHS http://welcome.blogsport.de/2019/06/09/refugees-welcome-solidarity-party-in-der-alten-vhs/ http://welcome.blogsport.de/2019/06/09/refugees-welcome-solidarity-party-in-der-alten-vhs/#comments Sun, 09 Jun 2019 21:49:52 +0000 Administrator Allgemein http://welcome.blogsport.de/2019/06/09/refugees-welcome-solidarity-party-in-der-alten-vhs/ Am Samstag, 15. Juni, erwartet euch in der Alte VHS Bonn nach einiger Zeit mal wieder eine Party von Refugees Welcome Bonn.
Freut euch auf einen bunten Mix von Global Bass, Afrobeats, (feministischen) Cumbia, Reggeatone, Dancehall, Hip Hop und elektronischen Klängen aufgelegt von mala hierba DJ* Kollektiv und Cosmic Radio.

Die Hälfte der Spenden vom Eintritt geht an Refugees Welcome Bonn e.V.
Alte VHS; Einlass ab 21 Uhr

On Saturday the 15th of June a party by Refugees Welcome awaits you in the Alte VHS Bonn.
Look forward to a colourful mix of global bass, afrobeats, (feminist) cumbia, reggeatone, dancehall, hip hop and electronic sounds created by mala hierba DJ * Kollektiv and Cosmic Radio.

Half of the donations from the entrance go to Refugees Welcome Bonn e.V.

Alte VHS, Kasernenstraße 50; Admission from 9PM

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Absage des Vortrages „Antisemitismus: Ein komplexes Phänomen greifbar machen“ http://welcome.blogsport.de/2019/05/15/absage-des-vortrages-antisemitismus-ein-komplexes-phaenomen-greifbar-machen/ http://welcome.blogsport.de/2019/05/15/absage-des-vortrages-antisemitismus-ein-komplexes-phaenomen-greifbar-machen/#comments Wed, 15 May 2019 09:13:18 +0000 Administrator Allgemein http://welcome.blogsport.de/2019/05/15/absage-des-vortrages-antisemitismus-ein-komplexes-phaenomen-greifbar-machen/ Der Vortrag „Antisemitismus: Ein komplexes Phänomen greifbar machen“ von Dr. Dana Ionescu, der am Donnerstag, 16. Mai, stattfinden sollte, muss leider wegen einer Erkrankung der Referentin abgesagt werden.

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Vortrag: Antisemitismus – Ein komplexes Phänomen http://welcome.blogsport.de/2019/04/29/vortrag-antisemitismus-ein-komplexes-phaenomen/ http://welcome.blogsport.de/2019/04/29/vortrag-antisemitismus-ein-komplexes-phaenomen/#comments Mon, 29 Apr 2019 13:54:27 +0000 Administrator Allgemein http://welcome.blogsport.de/2019/04/29/vortrag-antisemitismus-ein-komplexes-phaenomen/ Ein weiterer von uns organisierter Vortrag in der Reihe „festival contre le racisme“ findet am Donnerstag, 16. Mai, um 19 Uhr im Hörsaal 17 der Universität Bonn (Anglistisches Seminar, Regina-Pacis-Weg 5) statt. Dabei wird das vielschichtige Phänomen des Antisemitismus mit besonderem Schwerpunkt auf den israelbezogenen Antisemitismus von Dr. Dana Ionescu beleuchtet.

Eine Beschreibung findet Ihr hier:
Was Antisemitismus ist, wird wissenschaftlich und politisch seit vielen Jahrzehnten diskutiert. In der Post-Shoah-Gesellschaft finden sich verschiedene Definitionen und theoretische Zugänge. Während die einen sagen, Antisemitismus entziehe sich starren Definitionsversuchen, verstehen die anderen darunter vereinfachend und verkürzend Judenfeindschaft. Nicht alle Ansätze eignen sich, den gegenwärtigen Antisemitismus zu erfassen. Es handelt sich um ein komplexes Phänomen, das sich auf der Ebene des Denkens, Fühlens und Handelns ausdrückt. In der kritischen Diskussion der Definitionen und Zugänge lässt sich jedoch ein Verständnis entwickeln, dessen Vorteil am Beispiel der gegenwärtigen Erscheinungsform des israelbezogenen Antisemitismus deutlich wird.

Dr. Dana Ionescu ist Politikwissenschaftlerin und arbeitet derzeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Studienfach für Geschlechterforschung der Georg-August-Universität Göttingen. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Antisemitismusforschung, Demokratietheorien und Politik der Geschlechterverhältnisse.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des „festival contre le racisme“ statt: Zum vierten Mal in Folge findet zwischen dem 2. und 20. Mai 2019 das festival contre le racisme an der und um die Universität Bonn herum statt. Es bündelt eine Reihe von Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen sowie Workshops zu unterschiedlichen Themen rund um den Komplex Rassismus, Antisemitismus und anderer Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Ein Highlight bietet auch in diesem Jahr wieder ein eintägiges Eröffnungsfestival am Samstag, 4. Mai, das im selbstverwalteten Kulturzentrum Alte VHS stattfindet.

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Vortrag: Antisemitismus Geflüchteter aus dem Nahen Osten http://welcome.blogsport.de/2019/04/29/vortrag-antisemitismus-gefluechteter-aus-dem-nahen-osten/ http://welcome.blogsport.de/2019/04/29/vortrag-antisemitismus-gefluechteter-aus-dem-nahen-osten/#comments Mon, 29 Apr 2019 13:47:02 +0000 Administrator Allgemein http://welcome.blogsport.de/2019/04/29/vortrag-antisemitismus-gefluechteter-aus-dem-nahen-osten/ Der nächste von uns organisierte Vortrag im Rahmen des Festival contre le racisme Bonn trägt den Titel „Antisemitismus unter Geflüchteten aus dem nahen Osten“ und findet am Donnerstag, 9. Mai, im Hörsaal 17 der Uni Bonn (Anglistisches Seminar, Regina-Pacis-Weg 5) statt.

Ankündigung:
Auch wenn sich nicht sagen lässt, dass es nicht bereits eine öffentliche Debatte um den möglicherweise verstärkt auftretenden Antisemitismus unter Geflüchteten aus dem islamischen Raum in der letzten Zeit gegeben hätte, so muss doch konstatiert werden, dass diese Debatte häufig eher weniger von einer faktisch-inhaltlich orientierten Auseinandersetzung geprägt war, sondern eher von einer polemischen Schlammschlacht im politischen Feld: die AfD nutzt Antisemitismus unter Geflüchteten, um einerseits Stimmung gegen diese zu machen, und andererseits vom eigenen Antisemitismus abzulenken. Andere, zumeist eher dem linken Spektrum zuzuordnende Gruppen verharmlosen das Vorhandensein des Problems – indem sie entweder fast aussschließlich auf den Antisemitismus im rechten Lager verweisen, oder Geflüchtete pauschal in Schutz nehmen.
In diesem Vortrag wird versucht, dem Vorhandensein von antijüdischen und israelfeindlichen Einstellungen unter Geflüchteten auf den Grund zu gehen – im Hinblick auf das Ausmaß der Verbreitung und auch auf die Art der Ressentiments. Ein Fokus liegt hierbei auf der Art der verbreiteten Bilder von „dem Juden“ oder „dem Israeli“ unter Geflüchteten, und auf der Frage, welcher persönliche Hintergrund am ehesten zu verfestigten Einstellungen führt. Hierbei wird teilweise auf eine eigene, kleine Forschung zurückgegriffen werden, aber auch andere Forschungsergebnisse werden Berücksichtigung finden. Anschließend kann gerne diskutiert werden, wie mit den gesellschaftlichen Auswirkungen des Antisemitismus unter Geflüchteten umgegangen werden soll, und wie sich das sich ergebende Problem durch Aufklärung vielleicht reduzieren lässt.

David Lüllemann ist Student der Geschichtswissenschaft und Judaistik an der Universität Tübingen. Er leitet den Bereich „Bildung gegen Antisemitismus“ in der NGO „Zeugen der Zeitzeugen“ und hat dazu ein kleines Forschungsprojekt zu Antisemitismus unter Geflüchteten aus muslimischen Ländern durchgeführt, welches er auf Konferenzen an der TU Berlin sowie der Bloomington University (IN) bereits vorgestellt hat.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des „festival contre le racisme“ statt: Zum vierten Mal in Folge findet zwischen dem 2. und 20. Mai 2019 das festival contre le racisme an der und um die Universität Bonn herum statt. Es bündelt eine Reihe von Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen sowie Workshops zu unterschiedlichen Themen rund um den Komplex Rassismus, Antisemitismus und anderer Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Ein Highlight bietet auch in diesem Jahr wieder ein eintägiges Eröffnungsfestival am Samstag, 4. Mai, das im selbstverwalteten Kulturzentrum Alte VHS stattfindet.

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Come-Together – Festival am 4. Mai http://welcome.blogsport.de/2019/04/26/come-together-festival-am-4-mai/ http://welcome.blogsport.de/2019/04/26/come-together-festival-am-4-mai/#comments Fri, 26 Apr 2019 13:58:30 +0000 Administrator Allgemein http://welcome.blogsport.de/2019/04/26/come-together-festival-am-4-mai/ Das Auftaktfest des diesjährigen von uns mitorganisierten festival contre le racisme findet am kommenden Samstag, 4. Mai, im Kulturzentrum Alte VHS Bonn statt. Daran sind eine ganze Reihe verschiedener Initiativen beteiligt. Ein vollständiges Programm findet Ihr hier:

Einen ganzen bunten, verrückten Tag lang wollen wir zusammen mit euch den Start des festival contre le racisme 2019 feiern! Es erwartet uns ein interkulturelles Programm voller Musik, Kunst, Performances und Mitmach-Aktionen. Also packt eure Freund*innen, Eltern, Kinder und Nachbar*innen ein, wir sehen uns ab 14 Uhr im unabhängigen Kulturzentrum Alte VHS! Neben den unten stehenden Künstler*innen gibt es den ganzen Tag Rahmenprogramm :)

Musik&Performance PROGRAMM:

14:00 Beginn

15:30 Imbo Dancers (grenzenlose Jugendtanzgruppe)

16:00 Film „Newcomers“

17:00 Afrikanische Modenschau

18:00 Khadafi (dancehall)

19:00 K‘Daanso & the Ragglyf Family (reggae)

20:00 Yansn (hip hop)

21:00 Nesesari Kakalulu (afro-beat-folk-psy-funk aus Slovenien)

22:00 Black People (african music)

24:00 Eddy Hernández (deep global bummel sound / mach mal langsam)

02:00 Taban DJ Team (habibi funk & arab techno)

RAHMENPROGRAMM

- KinderKunstAusstellung & Bastelecke
- Asta-Stand mit Riesenseifenblasen & Straßenkreide
- Kuchenstand mit Refugees Welcome
- Afrikanisches Essen von Haldy Fohti
- Kickerturnier
- Waffelstand von Sea Eye
- Afrikanische Mode

Die Veranstaltung findet im Rahmen des „festival contre le racisme“ statt: Zum vierten Mal in Folge findet zwischen dem 2. und 20. Mai 2019 das fclr an der und um die Universität Bonn herum statt. Es bündelt eine Reihe von Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen sowie Workshops zu unterschiedlichen Themen rund um den Komplex Rassismus, Antisemitismus und anderer Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Ein Highlight bietet auch in diesem Jahr wieder ein eintägiges Eröffnungsfestival am Samstag, 4. Mai, das im selbstverwalteten Kulturzentrum Alte VHS stattfindet.

Ausschluss rechter Personen:
Die Veranstalter*innen behalten sich vor, Personen, die extrem rechten und/oder rassistischen Parteien, Organisationen oder Szenen angehören bzw. bereits in der Vergangenheit durch rassistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen oder Handlungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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Roma Day: Kampf ums Bleiberecht! http://welcome.blogsport.de/2019/04/01/roma-day-kampf-ums-bleiberecht/ http://welcome.blogsport.de/2019/04/01/roma-day-kampf-ums-bleiberecht/#comments Mon, 01 Apr 2019 09:50:03 +0000 Administrator Allgemein http://welcome.blogsport.de/2019/04/01/roma-day-kampf-ums-bleiberecht/ Am 8. April laden wir in Kooperation mit dem ‚Roma Antidiscrimination Networks‘ (RAN) , ‚Bonn e Culture‘ und dem Projekt ‚MITWIRKEN – Mitbestimmung und Eigenverantwortung der Geflüchteten‘ zu einer Veranstaltung im Kulturzentrum Alte VHS.

Anlässlich des Internationalen Roma-Tages am 8. April eröffnen wir die Fotoausstellung ‚Kampf ums Bleiberecht‘ und laden Euch herzlich ein!
Im Zentrum der Wanderausstellung stehen die aktuellen Bleiberechtskämpfe geflüchteter Roma in Deutschland und deren Abschiebung nach Serbien, Kosovo und Mazedonien.
Den 8. April, an dem weltweit der Beginn der Emanzipationsbewegung von Roma erinnert wird, nutzen wir, um gemeinsam mit einem Netzwerk zwischen den Städten Göttingen, Berlin, Dresden, Köln und London auf die Menschenrechtssituation von Roma aufmerksam zu machen.
Vor der Vernissage findet ein Workshop mit geflüchteten Roma zum Thema ‚Bleiberecht und politische Partizipation für Roma‘ statt.

Programm:
16.00 Uhr: Workshop (geleitet von Hasiba Dzemajlji)
18.00 Uhr: Vernissage (mit Redebeiträgen von Hasiba Dzemajlji und Jure Leko sowie poetischer Intervention von Marko Aladin Sejdić)

Eine Veranstaltung des ‚Roma Antidiscrimination Networks‘ (RAN) in Kooperation mit ‚Refugees Welcome Bonn‘, ‚Bonn e Culture‘ und ‚MITWIRKEN – Mitbestimmung und Eigenverantwortung der Geflüchteten‘.

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Ausflug zum Tag der offenen Tür im Museum König http://welcome.blogsport.de/2019/01/30/ausflug-zum-tag-der-offenen-tuer-im-museum-koenig/ http://welcome.blogsport.de/2019/01/30/ausflug-zum-tag-der-offenen-tuer-im-museum-koenig/#comments Wed, 30 Jan 2019 13:08:02 +0000 Administrator Allgemein http://welcome.blogsport.de/2019/01/30/ausflug-zum-tag-der-offenen-tuer-im-museum-koenig/ Am Sonntag, 27. Januar, haben wir zusammen mit dem Projekt „Mitwirken – Mitbestimmung und Eigenverantwortung der Geflüchteten“ das Museum König mit einer Gruppe von 30 in Bonn lebenden Geflüchteten besucht. Auf diese Weise wurde insbesondere der Kontakt zu Familien mit Kindern gestärkt, die sonst in den regelmäßigen Projektreffen zur Etablierung der Hausbeiräte in den Sammelunterkünften meist unterrepräsentiert sind. Anschließend ließen wir den Abend bei Pizza und Nudeln Revue passieren und ausklingen.

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