Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Kein Raum für Israelhass in Bonner Kinos

Im Folgenden dokumentieren wir ein Schreiben, das wir zusammen mit dem Referat für politische Bildung – AStA Bonn und der DIG-Hochschulgruppe Bonn an das Bonner Programmkino WOKI schickten. Aufgrund der Kurzfristigkeit des Anliegens und weil eine Antwort bislang ausblieb, haben wir uns entschieden, daraus einen offenen Brief zu machen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit einiger Verwunderung stießen wir auf eine Programmankündigung Ihres Kinos. Am kommenden Montag, den 28. August, soll dort der israelkritische Film „Junction 48“ gezeigt werden, über dessen inhaltliche Stoßrichtung sich auch bereits streiten ließe. Der Rapper Tamer Nafar, der im Film die Figur des Rappers Kareem verkörpert, bezeichnete die israelische Demokratie öffentlich als Nazis und scheute auch nicht vor Holocaustvergleichen zurück. (mehr…)

Antizionismus, nein danke.

Vor einem Jahr hatten wir den Aktivisten und Rapper Mohammad Abu Hajar von der Organisation „Adopt a revolution“ eingeladen. Er hielt damals einen Vortrag über den zivilen Widerstand in Syrien. Der Vortrag kam gut an und ist auch immer noch auf unserem Youtube-Channel nachzuören. Mittlerweile hat sich Abu Hajar leider als fanatischer Israelhasser entpuppt, dessen Hauptfokus auf der Verteufelung des jüdischen Staates zu liegen scheint. (mehr…)

Amerika, die Deutschen und der Rassismus

Zum 25. Mal jähren sich diese Woche die pogromartigen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen, bei denen ein Volksmob als Bündnis angereister Neonazis mit den ganz normalen Deutschen aus der Nachbarschaft und unter den Augen der Polizei versuchte, eine Gruppe von vietnamesischen GastarbeiterInnen zu ermorden. Wir möchten die Erinnerung an diese Ereignisse zum Anlass nehmen, ein paar kurze Gedanken zu der derzeitigen medialen Befassung mit dem Thema Rassismus beizusteuern.
Der Terror von Rostock stellte eine Zäsur in der deutschen Nachkriegsgeschichte dar – nicht, weil nicht schon zuvor und auch danach rassistische Übergriffe und Morde in Deutschland verübt wurden, sondern weil sich hier ein ganz offener Schulterschluss zwischen Durchschnittsbevölkerung und Neonazis sowie in letzter Instanz auch der Polizei zeigte, deren Agieren nach Tagen der geduldeten Krawalle bis zur Brandstiftung darin bestand, mit Gewalt gegen angereiste antifaschistische GegendemonstrantInnen vorzugehen. (mehr…)

Bingo und Kartenspiele beim nächsten Kulturcafé

(scroll down for the English and Arabic invitation, please)

Einmal im Monat – immer am zweiten Mittwoch des Monats – findet seit 5 Jahren das Refugees-Welcome-Bonn-e.V.- Kulturcafé ab 19 Uhr im Kulturzentrum Kult41 (Hochstadenring 41, an der Viktoriabrücke) statt. Seit diesem Jahr sind außerdem unsere Freund*innen der Gruppe Start with a Friend mit von der Partie.
Beim nächsten Kult-Abend erwarten Euch neben dem üblichen Programm – Kicker, Kaltgetränke und Musik – außerdem einige Spiele. Um 20 Uhr beginnen wir mit einigen Runden des leicht zu erlernenden Glücksspiels Bingo, bei dem es auch einige kleinere Preise zu gewinnen gibt. Danach möchten wir unterschiedliche Kartenspiele spielen. Die Idee dabei ist, einen Austausch der verschiendenen Euch bekannten Spiele zu schaffen – so soll die Möglichkeit geboten werden, sich gegenseitig beliebte Kartenspiele unterschiedlicher Länder näherzubringen.
Kommt vorbei und bringt Eure Freund*innen mit!

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Ausflug zur Siegmündung

***more languages below ***

Am Sonntag, 2. Juli, unternehmen wir gemeinsam mit unseren Freund*innen von Start with a Friend einen kleinen Wanderausflug zur Siegmündung.
Der Treffpunkt, an dem wir uns um 13.30 Uhr zusammenfinden wollen, befindet sich am Hofgarten vor dem Hauptgebäude der Uni Bonn. Eingeladen sind neben den Tandempartner*innen von Start with a friend auch alle sonstigen Interessierten – seien sie Geflüchtete oder Einheimische.
Weiteres könnt Ihr den mehrsprachigen Flyern unten entnehmen. Gerne weitersagen! (mehr…)

Ausflug ins Museum König

Am vergangenen Samstag, 10. Juni, haben wir, unterstützt von Freiwilligen der Telekom, mit denen wir bereits in der Vergangenheit gemeinsame Unternehmungen organisiert hatten, einen Ausflug zusammen mit Geflüchteten gemacht. Mit einer Gruppe von ca. ingsesamt 35 Personen, von denen die meisten gegen 12 Uhr bei ihren Unterkünften in Bonn-Duisdorf abgeholt wurden, machten wir uns mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg in die Stadt und dann zum zoologischen Museum König. Dort verbrachten wir mehrere Stunden in der Dauerausstellung und einer vorübergehenden Ausstellung lebender Spinnen.
Anschließend begaben wir uns zu einem kleinen Picknick mit zuvor geschmierten Broten ans nahe gelegene Rheinufer und ließen den Nachmittag so bei bestem Wetter ausklingen.


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Presentation and discussion: Freedom Hospital

On tuesday, June 20th, we will be hosting a presentation and discussion of the graphic novel „Freedom Hospital“. The event takes place at 8 pm at Buchladen Le Sabot, Breitestraße 76, 53111 Bonn.
The presentation by Hamid Sulaiman as well as the discussion will be held in English.

Half a million people dead, countless injured and millions on the run – that is the temporary balance of the Syrian civil war. The striking pictures of the unusual graphic novel, Freedom Hospital, by
Hamid Sulaiman let us understand a little of what lies hidden behind the news from a land from which so many people come to us.
Hamid Sulaiman’s evocative novel reflects the complexity and disruption in Syrian society. The black and white, highly expressive images, which caused a furore when shown in different exhibitions in Europe in 2016/17, make the human side of Syrian reality immediately perceptible.

Hamid Sulaiman, born 1986 in Damascus, (mehr…)

Theater und Vortrag zum Thema „NSU“

Die Theateraufführung „Die NSU-Monologe“ der Bühne für Menschenrechte, die wir letzte Woche Dienstag zusammen mit de Gruppe Rhizom und dem Kult41 organisiert hatten, war trotz ausgezeichneten Wetters sehr gut besucht. Nach der ca. 90-minütigen Vorführung, die ein ebenso erschütterndes wie bewegendes Bild der Reaktionen von Familienangehörigen dreier NSU-Opfer auf die Morde sowie das unsägliche Vorgehen der Polizei lieferte, folgte eine fast zweistündige Frage- und Diskussionsrunde mit einem Fachjournalisten und Sachverständigen des Untersuchungsausschusses im NRW-Landtag. Dabei wurden eine Vielzahl von durch das Publikum gestellten Fragen ausführlich erörtert.
Wir bedanken uns bei allen Beteiligten und ganz besonders bei den SchauspielerInnen der „Bühne für Menschenrechte“ und dem Referenten!

Eine Aufführung eines der beiden Stücke zum Thema Asyl der „Bühne für Menschenrechte“ wird voraussichtlich im Spätsommer oder Herbst diesen Jahres folgen. Achtet auf weitere Ankündigungen.

Morgen Abend (24. Mai) um 20 Uhr bietet sich eine weitere Gelegenheit, fundierte Einblicke in die Aufarbeitung des NSU-Terrors zu erlangen, wenn Dr. Mehmet Daimagüler, Nebenklagevertreter im NSU-Prozess, auf unsere Einladung hin im Hörsaal 8 der Universität einen Vortrag mit dem Titel „Vom Oktoberfestattentat bis zum NSU – Kontinuitäten der rechten Gewalt und des staatlichen Versagens“ hält.

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Bleiberecht für Selami

Heute (16. Mai) wurde Selamet Prizreni abgeschoben. Selamet, der zusammen mit seinem Bruder Kefaet das Rap-Duo K.A.G.E bildet, hat in der vergangenen Woche noch im Rahmen des „festival contre le racisme 2017“ in Bonn ein Konzert für uns gegeben.
Selamets Eltern kamen mit seinen älteren Geschwistern 1988 aus dem Kosovo nach Essen, wo sie als Asylbewerber lebten. Selamet ist in Essen geboren und hatte bis zu seiner ersten Abschiebung (zusammen mit seinem Bruder Kefaet) im Jahr 2010 den Kosovo nie gesehen. (mehr…)

Vortrag: Vom Oktoberfestattentat bis zum NSU – Kontinuitäten der rechten Gewalt und des staatlichen Versagens

Am Mittwoch, 24. Mai, um 20 Uhr im Hörsaal 8 (Hauptgebäude der Uni Bonn) wird Dr. Mehmet Daimagüler, Nebenklagevertreter im NSU-Prozess, u.a. von seinen Erfahrungen und seiner Arbeit berichten.
Der NSU-Prozess nähert sich mit dem 361. Verhandlungstag allmählich dem Umfang eines vollen Kalenderjahres. Immer wieder verzögern neue Erkenntnisse, unzureichende Vernehmungen und ausweichende Aussagen von Zeug*innen den Prozessverlauf. Neben dem erschreckenden Ausmaß der rechtsterroristischen Gewalt des NSU, fächert sich auch der Skandal um die Beteiligung des Verfassungsschutzes immer weiter aus. Während vielerorts von einem aktuellen Rechtsruck gesprochen wird, zeigen sich sowohl gesellschaftlich als auch institutionell schon lange deutliche Kontinuitäten rechter Gewalt, sowie extrem rechter Denk- und Handlungsmuster, die im momentanen Stimmungsbild wieder einen für legitim erklärten und sich ideologisch festigenden Ausdruck gefunden haben.

Rechtsanwalt Mehmet Daimagüler begleitet den NSU-Prozess als Vertreter der Nebenklage bereits von Beginn an. Auch in dem im Jahr 2016 (mehr…)

Kuchen- und Infostand beim Macke-Viertel-Fest

Am Samstag, 13. Mai, sind wir (wie schon in den vergangenen Jahren) von 14 bis ca. 18 Uhr wieder mit einem Kuchen- und Infostand auf dem Macke-Viertel-Fest im KULT41, Hochstadenring 41, vertreten. Jede/r, die oder der sich für unsere Arbeit interessiert und mit uns ins Gespräch kommen möchte, hat dort die Gelegenheit, mit uns zu sprechen – oder auch nur einen Kaffee zu trinken.

Fluchtursache Erdogan

Seit 11 Uhr findet heute, Sonntag, 7. Mai, auf der Kölner Domplatte der Proteststand einer Gruppe türkischer „Academics for Peace“ (BAK) statt, die dort für 12 Stunden lang aus Solidarität mit hungerstreikenden AktivistInnen der Organisation in der Türkei auf die Lage entlassener und verfolgter türkischer Oppositioneller aufmerksam machen. Unten findet Ihr die verteilten Flugschriften auf Deutsch, Englisch und Türkisch.

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner des „Academics for Peace“-Aufrufes wandten sich im Jahr 2015 (mehr…)

Protest türkischer „Academics for Peace“ am kommenden Sonntag in Köln

Protest of Turkish Academics for Peace on sunday in Cologne
+++ english call below +++

Am kommenden Sonntag veranstalten einige Mitgliederinnen und Mitglieder der türkischen Organisation „Academics for Peace“ eine Protestaktion auf der Kölner Domplatte (Richtung Hohestraße) in Solidarität mit den vom Erdogan-Regime entlassenen und inhaftierten Oppositionellen. Wir unterstützen ihr Anliegen.

Hier findet Ihr einen deutsch- sowie englischsprachigen Aufruf. Falls PressevertreterInnen interessiert sein sollten, stellen wir gerne einen Kontakt zu den OrganisatorInnen her.

Solidarität mit Nuriye Gülmen und Semih Özakça

“Wir stehen für das Leben, nicht den Tod!” (mehr…)

Theateraufführung: Die NSU – Monologe

Am Dienstag, 16. Mai, findet eine von uns gemeinsam mit dem Kult41 und der Kulturinitiative Rhizom organisierte Aufführung des dokumentarischen Theaterstücks „Die NSU – Monologe“ von der Bühne für Menschenrechte statt.
Das Stück wird im selbstverwalteten Kulturzentrum Kult41 gezeigt; der Einlass beginnt um 19:30 Uhr, kurz darauf geht es los.
Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht. Da der Platz im Kult41 begrenzt ist, empfehlen wir, möglichst pünktlich zu erscheinen.
Eine genauere Beschreibung des Stücks findet sich weiter unten sowie auch unter folgendem Link.

Der Kampf der Hinterbliebenen um die Wahrheit
Fünf Jahre nach Bekanntwerden des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ erzählen die NSU-Monologe von den jahrelangen Kämpfen dreier Familien der Opfer des NSU – von Elif Kubaşık, Adile Şimşek und İsmail Yozgat: von ihrem Mut, in der 1. Reihe eines Trauermarschs zu stehen, von der Willensstärke, die Umbenennung einer Straße einzufordern und vom Versuch, die eigene Erinnerung an den geliebten Menschen gegen die vermeintliche Wahrheit der Behörden zu verteidigen.

Die NSU-Monologe sind dokumentarisches, wortgetreues Theater, mal behutsam, mal fordernd, mal wütend – roh und direkt liefern sie uns intime Einblicke in den Kampf der Angehörigen um Wahrheit und sind in Zeiten des Erstarkens von Rechtsextremismus an Aktualität kaum zu überbieten.

Im Anschluss an das Stück wird es ein Publikumsgespräch u.a. mit einem Fachjournalisten und Sachverständigen im NSU-Untersuchungsausschuss des Landtages NRW geben.

Wie stets behalten wir uns vor, bekannten Rechtsextremisten, Rassisten, Neonazis mittels Hausrecht den Zutritt zu verwehren bzw. sie des Raums zu verweisen.

Die Veranstaltung wird unterstützt vom Kommunalen Integrationszentrum Bonn und gefördert durch das Programm „NRWeltoffen/ Demokratie leben“ der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen sowie durch das Studierendenparlament und den AStA der Uni Bonn (mehr…)

Vortrag: Antisemitismus, Rassismus, ‚Islamophobie‘ – eine ideologiekritische Begriffsbestimmung

Als letzte Veranstaltung des festival contre le racisme erwartet Euch ein Vortrag des sehr geschätzten Alex Feuerherdt, der am Montag, 15. Mai, um 19 Uhr im Hörsaal 17 zum Thema „Antisemitismus, Rassismus, ‚Islamophobie‘ – eine ideologiekritische Begriffsbestimmung“ sprechen wird.

Weit verbreitet ist die Annahme, dass es sich beim Antisemitismus lediglich um eine Form des Rassismus handelt, um einen Rassismus gegenüber Jüdinnen und Juden nämlich. Der spezifische Charakter des Antisemitismus, seine besondere Wirkmächtigkeit, sein absoluter Drang nach Vernichtung, seine Wahnhaftigkeit und seine spezifische ideologische Verfasstheit werden dabei – oftmals ganz bewusst – außer Acht gelassen. Neuerdings wird sogar oft und gerne behauptet, die »Islamophobie« habe ihm gewissermaßen den Rang abgelaufen und seine gesellschaftliche Funktion eingenommen. Gleichzeitig werden modernisierte Formen des Rassismus – etwa der Kulturrelativismus – nicht als solche wahrgenommen, so wenig wie modernisierte Formen des Antisemitismus, vor allem die »Israelkritik« und der regressive Antikapitalismus. Grund genug also für eine ideologiekritische Bestimmung dieser Begriffe und für das Bestehen auf einer Trennschärfe, die auch deutlich werden lässt, warum eine Synonymisierung von Rassismus, »Islamophobie« und Antisemitismus ein interessierter Fehler ist, durch den die Feindschaft gegen Jüdinnen und Juden rationalisiert und verstetigt wird.