Vortrag: Antisemitismus Geflüchteter aus dem Nahen Osten

Der nächste von uns organisierte Vortrag im Rahmen des Festival contre le racisme Bonn trägt den Titel „Antisemitismus unter Geflüchteten aus dem nahen Osten“ und findet am Donnerstag, 9. Mai, im Hörsaal 17 der Uni Bonn (Anglistisches Seminar, Regina-Pacis-Weg 5) statt.

Ankündigung:
Auch wenn sich nicht sagen lässt, dass es nicht bereits eine öffentliche Debatte um den möglicherweise verstärkt auftretenden Antisemitismus unter Geflüchteten aus dem islamischen Raum in der letzten Zeit gegeben hätte, so muss doch konstatiert werden, dass diese Debatte häufig eher weniger von einer faktisch-inhaltlich orientierten Auseinandersetzung geprägt war, sondern eher von einer polemischen Schlammschlacht im politischen Feld: die AfD nutzt Antisemitismus unter Geflüchteten, um einerseits Stimmung gegen diese zu machen, und andererseits vom eigenen Antisemitismus abzulenken. Andere, zumeist eher dem linken Spektrum zuzuordnende Gruppen verharmlosen das Vorhandensein des Problems – indem sie entweder fast aussschließlich auf den Antisemitismus im rechten Lager verweisen, oder Geflüchtete pauschal in Schutz nehmen.
In diesem Vortrag wird versucht, dem Vorhandensein von antijüdischen und israelfeindlichen Einstellungen unter Geflüchteten auf den Grund zu gehen – im Hinblick auf das Ausmaß der Verbreitung und auch auf die Art der Ressentiments. Ein Fokus liegt hierbei auf der Art der verbreiteten Bilder von „dem Juden“ oder „dem Israeli“ unter Geflüchteten, und auf der Frage, welcher persönliche Hintergrund am ehesten zu verfestigten Einstellungen führt. Hierbei wird teilweise auf eine eigene, kleine Forschung zurückgegriffen werden, aber auch andere Forschungsergebnisse werden Berücksichtigung finden. Anschließend kann gerne diskutiert werden, wie mit den gesellschaftlichen Auswirkungen des Antisemitismus unter Geflüchteten umgegangen werden soll, und wie sich das sich ergebende Problem durch Aufklärung vielleicht reduzieren lässt.

David Lüllemann ist Student der Geschichtswissenschaft und Judaistik an der Universität Tübingen. Er leitet den Bereich „Bildung gegen Antisemitismus“ in der NGO „Zeugen der Zeitzeugen“ und hat dazu ein kleines Forschungsprojekt zu Antisemitismus unter Geflüchteten aus muslimischen Ländern durchgeführt, welches er auf Konferenzen an der TU Berlin sowie der Bloomington University (IN) bereits vorgestellt hat.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des „festival contre le racisme“ statt: Zum vierten Mal in Folge findet zwischen dem 2. und 20. Mai 2019 das festival contre le racisme an der und um die Universität Bonn herum statt. Es bündelt eine Reihe von Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen sowie Workshops zu unterschiedlichen Themen rund um den Komplex Rassismus, Antisemitismus und anderer Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Ein Highlight bietet auch in diesem Jahr wieder ein eintägiges Eröffnungsfestival am Samstag, 4. Mai, das im selbstverwalteten Kulturzentrum Alte VHS stattfindet.

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