Vortrag: Autoritarismus, Führungsstile, Mitbestimmung

Der letzte von uns organisierte Vortrag beim diesjährigen festival contre le racisme findet am Donnerstag, 17. Mai 2018 um 20 Uhr im Hörsaal 17 (Anglistisches Seminar, zwischen Hofgarten und Altem Zoll) (Hauptgebäude), statt. Der Geschichtswissenschaftler Dr. Johannes Platz spricht zum Thema „Autoritarismus, Führungsstile, Mitbestimmung. Forschungen des Frankfurter Instituts für Sozialforschung zum (anti-)demokratischen Bewusstsein der Deutschen 1950-1968″. Der Eintritt ist wie immer frei.

Dr. Johannes Platz zeigt an einer Reihe von Fallstudien den Umgang mit qualitativen und quantifizierenden Ansätzen in der empirischen Sozialforschung am Frankfurter Institut für Sozialforschung auf und erörtert die bisher in der Geschichtsschreibung der Kritischen Theorie nicht ausreichend beachtete Rolle von Theodor W. Adorno als Promotor und Mentor der Empirischen Sozialforschung in der jungen Bundesrepublik. Es geht dabei um die „Praxis der kritischen Theorie“ als einer Form von „action research“ (Max Horkheimer) bzw. einer Form intervenierender Sozialforschung. Theodor W. Adornos Schülerinnen und Schüler untersuchten mit der Gruppendiskussionsmethode so unterschiedliche Gegenstände wie das antidemokratische Denken von Bewerbern beim Aufbau der Bundeswehr, das politische Bewusstsein der Spätheimkehrer aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft, das demokratische Potential und das Bekenntnis zur industriellen Demokratie von Industriearbeitern in Stahlindustrie und Bergbau sowie antisemitische Ressentiments von Arbeitern, Angestellten, Schülern, Studierenden und DDR-Flüchtlingen im Umfeld des Eichmann-Prozesses 1961. Anknüpfen konnten Adorno und seine Schülerinnen und Schüler an die Forschungen zur Authoritarian Personality im Rahmen der im Exil entstandenen Studies in Prejudice im Auftrag des AJC sowie an die Erhebung „Antisemitism among American Workers“ im Auftrag des Jewish Labor Committes. Quellengrundlage der Fallstudien sind die Untersuchungen des remigrierten IfS, die als Monographien, Sammelbände und in Form von hektographierten Forschungsberichten vorliegenden Arbeiten sowie die Projektarchivalien im Archiv des Instituts für Sozialforschung in Frankfurt/Main.

Dr. Johannes Platz hat mit einer Arbeit über „Die Praxis der kritischen Theorie. Angewandte Sozialforschung in der jungen Bundesrepublik 1950-1960“ 2008 an der Universität Trier in Neuerer und Neuester Geschichte promoviert. Er arbeitet als Referent für Gewerkschaftsgeschichte im Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung Bonn. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Gewerkschaftsgeschichte, der Geschichte der Arbeitswelten, der Geschichte des Antisemitismus und in der Wissenschaftsgeschichte (Schwerpunkte: Geschichte der Soziologie und Psychologie).

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