Fluchtursache Erdogan

Seit 11 Uhr findet heute, Sonntag, 7. Mai, auf der Kölner Domplatte der Proteststand einer Gruppe türkischer „Academics for Peace“ (BAK) statt, die dort für 12 Stunden lang aus Solidarität mit hungerstreikenden AktivistInnen der Organisation in der Türkei auf die Lage entlassener und verfolgter türkischer Oppositioneller aufmerksam machen. Unten findet Ihr die verteilten Flugschriften auf Deutsch, Englisch und Türkisch.

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner des „Academics for Peace“-Aufrufes wandten sich im Jahr 2015 gegen den immer brutaler werdenden Krieg der türkischen Regierung gegen die kurdische Minderheit im Süden des Landes. UnterzeichnerInnen des Appells wurden in Folge dessen mit Repressionen seitens des türkischen Staates überzogen, verloren ihre Anstellungen, viele wurden verhaftet. Seit dem von der AKP-Regierung ausgerufenen Notstand und dem Erlass einer Vielzahl von Dekreten hat sich die Lage weiter zugespitzt. Neben JournalistInnen und BeamtInnen von Polizei und Militär betrifft die Repression auch zahlreiche andere Staatsdiener wie bspw. LehrerInnen und WissenschaftlerInnen.

Allein in den letzten Monaten haben bereits Hunderte türkischer Oppositioneller in Deutschland Asyl beantragen müssen; viele Andere sind derzeit noch mittels Arbeitsvisen hier, werden jedoch aufgrund der Unmöglichkeit zurückzukehren früher oder später ebenfalls Asyl beantragen müssen.

Die häufig vorgebrachte Forderung nach der Bekämpfung von Fluchtursachen ernst zu nehmen hieße, beim Autokraten Erdogan anzufangen, dessen von der EU geschätzten „Verdienste“ in der Flüchtlingsabwehr bisher jedoch eine effektive Sanktionierung verhinderten.

U.a. der Kölner Stadtanzeiger berichtete bereits.

Hier lässt sich ein Artikel im neuen Magazins Özgürüz finden.

Die AktivistInnen von Academics for Peace baten darum, auf die beiden folgenden derzeit laufenden Petitionen hinzuweisen:
Petition an die türkische Regierung
Petition an die UNESCO

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