Archiv für April 2017

Vortrag: Antisemitismus, Rassismus, ‚Islamophobie‘ – eine ideologiekritische Begriffsbestimmung

Als letzte Veranstaltung des festival contre le racisme erwartet Euch ein Vortrag des sehr geschätzten Alex Feuerherdt, der am Montag, 15. Mai, um 19 Uhr im Hörsaal 17 zum Thema „Antisemitismus, Rassismus, ‚Islamophobie‘ – eine ideologiekritische Begriffsbestimmung“ sprechen wird.

Weit verbreitet ist die Annahme, dass es sich beim Antisemitismus lediglich um eine Form des Rassismus handelt, um einen Rassismus gegenüber Jüdinnen und Juden nämlich. Der spezifische Charakter des Antisemitismus, seine besondere Wirkmächtigkeit, sein absoluter Drang nach Vernichtung, seine Wahnhaftigkeit und seine spezifische ideologische Verfasstheit werden dabei – oftmals ganz bewusst – außer Acht gelassen. Neuerdings wird sogar oft und gerne behauptet, die »Islamophobie« habe ihm gewissermaßen den Rang abgelaufen und seine gesellschaftliche Funktion eingenommen. Gleichzeitig werden modernisierte Formen des Rassismus – etwa der Kulturrelativismus – nicht als solche wahrgenommen, so wenig wie modernisierte Formen des Antisemitismus, vor allem die »Israelkritik« und der regressive Antikapitalismus. Grund genug also für eine ideologiekritische Bestimmung dieser Begriffe und für das Bestehen auf einer Trennschärfe, die auch deutlich werden lässt, warum eine Synonymisierung von Rassismus, »Islamophobie« und Antisemitismus ein interessierter Fehler ist, durch den die Feindschaft gegen Jüdinnen und Juden rationalisiert und verstetigt wird.

Konzert: K.A.G.E. und Blümchenknicker

Im Rahmen unseres monatlichen Kulturcafés (immer am zweiten Mittwoch im Monat) spielen am 10. Mai ab 19 Uhr im Kult41 die Rap-Crew K.A.G.E., die wir im vergangenen Jahr bereits anlässlich der Präsentation des über sie gedrehten Dokumentarfilms „Trapped by law“ eingeladen hatten sowie die in Bonn hinlänglich bekannten Blümchenknicker.

Hier eine nähere Beschreibung dessen, was Euch erwartet:

Seit nun fast fünf Jahren findet regelmäßig am 2. Mittwoch jeden Monats das Refugees Welcome Kulturcafé (organisiert vom Verein Refugees Welcome Bonn e.V.) im selbstverwalteten Kulturzentrum Kult41 statt. In ungezwungener Atmosphäre bei Kicker und Kaltgetränken steht hierbei der gegenseitige Austausch im Vordergrund. Gelegentlich gibt es auch musikalische Live-Darbietungen, Filme oder Theateraufführungen.
Anlässlich des festival contre le racismeerwarten uns in diesem Monat zwei Bands. Der Eintritt ist wie immer frei. (mehr…)

Vortrag: Bordermonitoring auf dem Balkan

Am Dienstag, 9. Mai, folgt direkt die nächste Veranstaltung von uns, die wir im Rahmen des festival contre le racisme stattfinden lassen. Marc Speer von der Organisation bordermonitoring.eu wird dabei um 19 Uhr im Hörsaal 17 über die Arbeit seines Vereins vortragen.

Die formelle Öffnung der sogenannten „Balkanroute“ im Sommer 2015 als Reaktion auf die Ereignisse am Bahnhof „Keleti“ in Budapest stellte eine bis dato undenkbare Zäsur in der Historie des europäischen Migrationsregimes dar. Weniger bekannt – zumindest im deutschsprachigen Kontext – ist dabei, dass die „Öffnung“ der Balkanroute bereits Monate zuvor durch Mazedonien und insbesondere Serbien vorangetrieben worden war. Hierauf wird Marc Speer vom Verein „bordermonitoring.eu“ in seinem Vortrag näher eingehen und zudem darstellen, wie sich die Situation für Geflüchtete in beiden Ländern gegenwärtig darstellt.
Der gemeinnützige Verein bordermonitoring.eu wurde 2011 in München gegründet. (mehr…)

Lesung: „Flüchtlinge erzählen“

Die nächste von uns organisierte Veranstaltung im Rahmen des festival contre le racisme findet am Montag, 8. Mai, um 19 Uhr im Hörsaal 17 statt. Dort wird das Bchprojekt „Flüchtlinge erzählen“ vorgestellt, das beim Bonner Institut für Migrationsforschung und interkulturelles Lernen (BIM e.V.) entstanden ist.

Flüchtlinge erzählen: »Weißt Du, wer ich bin?« (mehr…)

Einladung zur Ausstellung zum Kunstprojekt „Was heißt hier Kunst und Kultur?!“

Unter dem Titel „Heimat in Kunst und Kultur“ werden am Freitag, 5. Mai 2017, die Ergebnisse der künstlerischen Begegnungen des transkulturellen Frauenprojekts ausgestellt.
Die Ausstellung findet von 16:00 bis 18:30 Uhr im „Haus der Vielfalt MIGRApolis“, Brüdergasse 16, statt. Die Künstlerinnen sind anwesend.

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Vortrag / Film: Der Fall Oury Jalloh und NDR-Tatort: „Verbrannt“

Am Donnrstag, 4. Mai, um 19 Uhr findet ein von uns im Rahmen des festival contre le racisme organisierter Vortrag mit anschließender Filmvorführung im Hörsaal 17 statt. Dazu laden wir zwei AktivistInnen der Initiative zum Gedenken an Oury Jalloh e.V. ein, um über Entwicklungen in der Suche nach Aufklärung zu berichten.

Der Asylsuchende Oury Jalloh aus Sierra Leone verbrannte am 7. Januar 2005 bei lebendigem Leib in einer Zelle im Dessauer Polizeigewahrsam. Er befand sich zum Zeitpunkt seines Todes gefesselt auf einer feuerfesten Matraze. Schnell wurden Mordvorwürfe gegen beteiligte Polizeibeamte laut. Seitdem wird um eine gerichtliche Aufarbeitung der Vorkommnisse der Todesnacht gerungen. Nachdem es in einem ersten Prozess zu formalen Freisprüchen zweier Angeklagter kam – der vorsitzende Richter sprach dabei von offensichtlichen Falschaussagen sich gegenseitig deckender Polizisten – ist es maßgeblich der Gruppe „ Breaking the Silence – Initiative zum Gedenken an Oury Jalloh e.V.“ zu verdanken, dass durch deren unermüdliche Prozessbegleitung und die Finanzierung eines unabhängigen Brandgutachtens das letzte Wort in dieser Sache noch nicht gesprochen ist.
Mouctar Ouldadah Bah und Nadine Saeed von der Inititative zum Gedenken an Oury Jalloh werden über ihre jahrelangen Bemühungen um Aufklärung berichten. Im Zuge der Auseinandersetzung mit dem Fall Oury Jallohs sind auch mehrere dokumentarische Beiträge wie etwa die preisgekrönte WDR-Dokumentation „Tod in der Zelle“ u.a. entstanden. Zuletzt wurde der Fall in fiktionalisierter Weise in der Reihe Tatort unter dem Titel „Verbrannt“ thematisiert. Diesen „Tatort“-Film werden wir im Anschluss an den Vortrag der beiden ReferentInnen zeigen.

Audiomitschnitte von Vorträgen

Wer die Auftaktveranstaltung des „Festival contre le racisme“ – den Vortrag von Thomas Ebermann am vergangenen Freitag, 21. April – verpasst haben sollte und ihn dennoch hören möchte, kann dies unter folgendem Youtube-Link tun, wo ein Audiomitschnitt zu finden ist:

Thomas Ebermann: Von der Willkommenskultur zum offenen Rassismus.

Darüber hinaus finden sich dort noch zwei weitere Mitschnitte der von uns organisierten Vorträge aus dem vergangenen Jahr:

Mohammad Abu Hajar (Adopt a revolution): From peaceful revolution to civil war – The role of civil society in the Syrian conflict

Jana Klein: Junge, was ist Rape Culture?

Wir werden künftig des öfteren die von uns organisierten Vorträge aufzeichnen und in einer gesonderten Rubrik verlinken.

Rückblick auf Konzert- und Informationsabend mit Gipsy Groove

Mit gebührender Verspätung findet Ihr hier einige Fotos des Konzert- und Informationsabends am 5. April im KULT41 mit Gipsy Groove und drei Vorträgen zur Situation von Roma in Deutschland und dem Balkan sowie einen kurzen Bericht über die Arbeit von GAIA Kosovo mit Geflüchteten Menschen vor Ort.
Konzert und Vorträge waren sehr gut besucht – später während des Konzerts mussten wir leider bereits Nachzügler abweisen, da das Kulturzentrum seine zugelassene Maximalkapaziät erreicht hatte.

Wir bedanken uns für einen informationsreichen und musikalisch durchschlagenden Abend bei Hasiba Dzemajlji, J. Leko und Bajram Kinolli mit seiner Band Gipsy Groove!

Außerdem bedanken wir uns beim Referat für politische Bildung des AStA Bonn, dem Frauenreferat Bonn sowie dem Migrapolis House of Ressources/ BIM e.V., die die Veranstaltung durch ihre Förderung ermöglicht haben.

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Text zum 1. Mai in Bonn

Am 1. Mai findet dieses Jahr wieder die die libertäre 1.-Mai-Demonstration mit anschließendem Straßenfest auf dem Frankenbadplatz statt, zu der wir gemeinsam mit unseren GenossInnen von der ASJ Bonn, der Liste undogmatischer StudentInnen – LUST, der Jungen Antifa Bonn und anderen aufrufen.

Treffpunkt für die Demonstration ist 14 Uhr am Kaiserplatz.

Gemeinsam mit der LUST haben wir diesmal folgenden Text zu der Broschüre der Aufrufe der einzelnen Gruppen beigesteuert:

Refugees welcome?
Wie steht es um die Flüchtlingssolidarität im Jahr 2017?

Nachdem im Herbst 2015 nach jahrelangem massenhaften Sterben flüchtender Menschen auf dem Mittelmeer und einer weiteren sich anbahnenden humanitären Katastrophe vor Europas Toren auf dem Balkan kurzfristig auf Betreiben der deutschen Regierung die sogenannte Balkanroute geöffnet wurde, kam es zu einem vergleichsweise sprunghaften Anstieg der aufgrund des syrischen Bürgerkrieges und des Wütens von ISIS im Irak ohnehin steigenden Flüchtlingszahlen. Dies verhalf der Kanzlerin zu einer Abbildung auf dem Cover des Times-Magazine als „Person of the year“ und den Deutschen zu einer weiteren öffentlich vollzogenen Läuterung als diejenigen, die diesmal auf der richtigen Seite der Geschichte stünden. Die Parole laut der Geflüchtete angeblich willkommen seien, hallte als Mantra durch fast alle Gassen (mit Ausnahme gewisser berüchtigter v.a. östlicher Landstriche). Manchen schwante bereits damals, dass die Aufforderung, dass „wir“ das schaffen, weniger darauf abzielte, dass Staat und Behörden eine menschenwürdige Versorgung der Ankommenden sicherzustellen trachteten, sondern dass wie eh und je und nun in noch sich steigerndem Maße auf diejenige freiwilligen Kräfte zurückgegriffen würden werde, die auch bislang als Feigenblatt missbraucht worden waren, das Elend deutscher Asylpolitik notdürftig zu kaschieren. (mehr…)

„Festival contre le racisme“ im April und Mai

Im April und Mai organisieren wir eine Reihe von Veranstaltungen im Rahmen des „festival contre le racisme“ an der Uni Bonn und anderswo. Das komplette Programm – u.a. mit Veranstaltungen von Studierenden der Uni Bonn, dem Referat für Hochschulpolitik des AStA Bonn, der ASJ Bonn, der Initiative für Flüchtlinge Bonn – IfF und Start with a Friend – findet Ihr unter der neu eingerichteten Website www.fclr-bonn.de.

Anlässlich des Festivals laden wir zwei AktivistInnen der „Initiative zum Gedenken an Oury Jalloh e.V. / Break the silence“ ein. Am 4. Mai berichten Mouctar Bah und Nadine Saeed über ihre langjährigen Bemühungen zur Aufklärung des Falles des Asylbewerbers Oury Jalloh aus Sierra Leone, der 2005 in einer Dessauer Polizeizelle bei lebendigem Leib verbrannte. Im Anschluss daran zeigen wir den NDR-Tatort „Verbrannt“ von 2015, dessen Handlung auf dem Vorfall basiert.
Am 8. Mai findet eine (mehr…)