Archiv für August 2016

BEWA in Flüchtlingsheimen: Alles nicht so schlimm?

In den vergangenen Tagen gab es diverse Reaktionen verschiedener Seiten auf den erneuten Skandal im bereits seit den Übergriffen von 2014 berüchtigten Flüchtlingslager Burbach. Nachdem wir Ende Juni durch zwei Zeugen Kenntnis von der mutmaßlichen Entführung und Vergewaltigung einer in Burbach lebenden geflüchteten Frau aus dem Kosovo erlangt und deren detaillierte Zeugenaussagen öffentlich gemacht hatten, wurden uns weitere Berichte über die untragbaren Zustände in besagtem Lager und vergleichbaren Einrichtungen zugetragen. Dabei ging es um rassistische verbale und auch körperliche Übergriffe auf Geflüchtete in vom Deutschen Roten Kreuz betriebenen Heimen, in denen auch die BEWA Security GmbH für „Sicherheit“ sorgen soll. Erst die Anschuldigungen hinsichtlich schwerer Straftaten und rassistischer Übergriffe veranlassten uns zu weiteren Recherchen, die bereits in kürzester Zeit zeigten, dass sich unter dem in den Flüchtlingslagern beschäftigten Sicherheitspersonal in der Tat Personen mit eindeutig rechter, ausländerfeindlicher bis hin zu neonazistischer Gesinnung befanden. (mehr…)

Filmvorführungen im September: „Revision“ und „Just the Wind“

Im September zeigen wir in kurzer Folge zwei Filme, die sich mit dem Thema der Diksriminierung der Roma in Europa befassen. Zuerst läuft die Dokumentation „Revision“ am Dienstag, 6. September, um 18 Uhr im Hörsaal 3 (Hauptgebäude der Uni Bonn). Zwei Tage später, am Donnerstag, 8. September, zeigen wir um 18 Uhr im Hörsaal 9 (Hauptgebäude der Uni Bonn) den Spielfilm „Just the Wind“. Der Eintritt ist in beiden Fällen frei.
Beschreibungen beider Filme sowie die Plakate findet Ihr, wenn Ihr auf „mehr“ klickt. (mehr…)

Ausflug zum Gamertreff in Köln im Rahmen der Gamescom

Trotz ausgezeichneten Wetters fand sich heute eine Gruppe von ca 20 Geflüchteten zusammen, um gemeinsam mit uns zum Bürgerhaus Stollwerck in Köln zu fahren, wo auf Einladung der Piratenfraktion im Rat der Stadt Köln sowie der Landtagsfraktion neue Computer- und Konsolenspiele ausprobiert werden konnten. An- und Abreise wurden von uns organisiert, während die Piraten für die notwendige Technik sowie für Essen und Trinken sorgten. So fanden sich den ganzen Tag über wechselnde Teams zusammen, um gegen- oder miteinander zu zocken oder neue Konsolenspiele auf Großleinwänden zu testen.

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Deutsches Rotes Kreuz, BEWA Security, Motorradclubs und Bundeswehr in Siegen – Man kennt sich, man hilft sich

Nachdem in den vergangenen Wochen wiederholt über die uns zugetragenen schweren Vorwürfe gegenüber Sicherheitsbediensteten der BEWA Security GmbH im Flüchtlingslager Burbach bei Siegen berichtet wurde (1), möchten wir nun erneut etwas genauer auf die offensichtlich guten Verbindungen zwischen Mitarbeitern des DRK (Deutsches Rotes Kreuz) in Siegen und zentralen Protagonisten der BEWA eingehen. Bereits zuvor hatten wir auf den bemerkenswerten Umstand verwiesen, dass leitende BEWA-Mitarbeiter einen fliegenden Wechsel in ebenso leitende Positionen des DRK in Burbach hinlegten, während zugleich die Aufträge für die Sicherheitsdienste in zahlreichen vom DRK getragenen Geflüchtetenunterbringungen in der Region und darüber hinaus an die BEWA vergeben werden (neben Burbach selbst sind das unseres Wissens u.a. Olpe, Bad Berleburg, Herongen, Bad Laasphe, aber auch Bonn-Bad Godesberg). Dabei dürfte es sich um durchaus lukrative Aufträge handeln. (mehr…)

Ausflug in die Rheinaue

Am vergangenen Samstag, 6. August, haben wir zusammen mit Geflüchteten aus den Unterkünften in Duisdorf und MitarbeiterInnen der Deutschen Telekom einen Ausflug in die Rheinaue unternommen.

Bei bestem Wetter vertrieben die Kinder sich die Zeit mit Pedalos, Federball und sonstigen Freizeitgeräten, während die Eltern im Schatten entspannen konnten. Zum Abschluss gab es Eis für Alle.

Wie immer bei solchen Ausflügen fanden wir es motivierend, im Rahmen unserer Gruppenarbeit auch einmal schöne Erlebnisse und Gelegenheit zum Gespräch zu haben, abseits der oft tristen Flüchtlingsheime, nervenraubenden Behördengängen und traurigerweise inzwischen alltäglich gewordener Abschiebepraxis.

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Weiteres zum Lager in Burbach

Unter dem folgenden Link lässt sich in der aktuellen Ausgabe der Studierendenzeitung der Universität Duisburg-Essen ein überblicksartiger Artikel zu den Vorfällen und Zuständen im Burbacher Flüchtlingslager nachlesen.

Am Freitag, 29. Juli, fand in der Bonner Kanzlei der Anwältin der beiden von uns betreuten Zeugen ein fast vierstündiges Gespräch mit Vertretern der Arnberger Bezirksregierung statt, in dem die beiden Zeugen noch einmal ihre komplette Aussage wiederholten.

Nachdem seitens der Bezirksregierung mehrfach nachdrücklich der Wille zur restlosen Aufklärung der Vorwürfe beschworen worden war, erging unser erneuter Appell an die Bezirksregierung, doch dann zumindest endlich für eine angemessene Unterbringung und die Wiederaushändigung der den Zeugen möglicherweise widerrechtlich abgenommenen Ausweispapiere zu sorgen. Dies wurde – in offenem Widerspruch zur zuvor erklärten Absicht, für Aufklärung zu sorgen – erneut mit dem Hinweis auf die Zuständigkeit der ZAB Bielefeld (Zentrale Ausländerbehörde) beantwortet. Mit der Tatsache konfrontiert, dass die ZAB mittlerweile ebenfalls ihre Nichtzuständigkeit in dieser Sache erklärt hatte, erging dann die lapidare Empfehlung, man könne ja vors Verwaltungsgericht ziehen, um die Zuständigkeit klären zu lassen. Ein solches ans Groteske grenzende Verhalten lässt in unseren Augen nur einen Schluss zu: Dass es der Bezirksregierung in erster Linie um ein Aussitzen mithilfe offenkundiger Lippenbekenntnisse geht.

Gestützt wird diese Annahme auch dadurch, dass der Berichterstattung zu Burbach in der vorvergangenen Woche zu entnehmen war, dass das Lager in Burbach überraschend geschlossen werden solle – obwohl noch im Mai eine langfristige Nutzungsabsicht artikuliert und nicht unerhebliche Renovierungs- und Bauarbeiten durchgeführt worden seien.

Hier finden sich noch einmal die Links zu bisherigen Texten zum Thema in chronologischer Reihenfolge (die ältesten zuerst): (mehr…)

„Ich will einfach nur endlich irgendwo ankommen.“

Vor mehreren Jahren, unsere Gruppe hatte sich nicht allzu lange davor gegründet, strandeten drei Geflüchtete in Bonn. Sie waren aus Italien, wo sie auf die Straße gesetzt worden waren, ungeplant nach Bonn gekommen. Eigentlich hätten sie aufgrund des Dublin-Abkommens wieder nach Italien abgeschoben werden sollen. Dass dies in Anbetracht der Lebenssituation Geflüchteter in Italien nicht in Frage kommt, stand für uns außer Frage. Also kämpften wir mit den Dreien dafür, dass sie in Deutschland eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen.
Nun, nach langen Jahren und vielen Anstrengungen haben endlich alle drei ihre Aufenthaltsgenehmigung und dürfen ab jetzt auch offiziell einer Arbeit nachgehen.
Wir möchten uns im Namen der Drei bei allen bedanken, die uns in dieser Zeit mit Rat und Tat zur Seite standen und durch ihre Spenden den Kampf gegen das unmenschliche Dublin-Abkommen möglich gemacht haben!

Informationsstand anlässlich des Gedenkens an den Völkermord an den Roma und Sinti

In Kooperation mit der IRU – International Romani Union haben wir am gestrigen Dienstag, 2. August, anlässlich des internationalen Gedenktages an den Porajmos – den Völkermord an den Roma und Sinti unter deutscher Herrschaft – von 10 bis 14 Uhr einen Informationsstand in der Bonner Innenstadt aufgebaut und trotz Dauerregens zahlreiche Flugblätter an Passantinnen und Passanten verteilt. Das bereitgehaltene Informationsmaterial zum Porajmos sowie auch zum aktuellen Thema der sog. sicheren Herkunftsländer stieß dabei auf einiges Interesse.

Die seit den jüngsten Asylrechtsverschärfungen für zahlreiche Balkanländer geltende Regelung verunmöglicht es den allermeisten aus diesen Ländern stammenden Menschen, in Deutschland Asyl zu bekommen, was insbesondere für die dort heftiger Diskriminierung bis hin zum kompletten Entzug der Lebensgrundlage ausgesetzen Roma-Minderheiten verheerende Folgen hat.

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